Standort 01/02 Goldbrünnli, Stockeholde «Glögglifrosch»

Standort 01/02 Goldbrünnli, Stockeholde «Glögglifrosch»

Geburtshelferkröten leben sehr versteckt

Am ehesten fallen die unscheinbaren Tiere durch ihren glockenähnlichen Ruf auf, der für den volkstümlichen Namen «Glögglifrosch» verantwortlich ist. Die ausgewachsenen Tiere sind graubraun, besitzen eine warzige Haut, einen weisslich gekörnten Bauch und werden nicht mehr als 5 cm gross. Die goldenen Augen zeichnen sich – anders als bei den anderen Froschlurchen – durch eine senkrechte, schlitzförmige Pupille aus.

Den Tag verbringen die Geburtshelferkröten in ihren Verstecken. Diese graben sie entweder selbst oder sie suchen sich alte Mauslöcher und Felsspalten. Erst beim Eindunkeln werden die Tiere aktiv und verlassen ihren Unterschlupf. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Insekten, Spinnen und Würmern. Den Winter verbringen sie in frostgeschützten Verstecken. Während dieser Zeit senken sie ihre Körpertemperatur, reduzieren den Stoffwechsel und sparen so wertvolle Energie.

Beim Schlüpfen sind die Kaulquappen bereits 1–2 cm lang. Je nach Schlüpfzeitpunkt, Temperatur und Nahrungsangebot verwandeln sie sich noch im selben Herbst zu kleinen Krötchen. Ansonsten überwintern die Kaulquappen im Gewässer und schliessen ihre Entwicklung im Frühsommer des folgenden Jahres ab. Überwinternde Kaulquappen erreichen eine Länge von bis zu 9cm und gehören damit zu den grössten der heimischen Amphibien.

Als einzige heimische Amphibienart betreibt die Geburtshelferkröte Brutpflege. Darauf nimmt auch der Name Bezug. Das Männchen wickelt die Laichschnur um die Fersengelenke und trägt sie drei bis sechs Wochen mit sich herum. Sobald die Larven soweit entwickelt sind, dass sie schlüpfen können, wandert das Männchen ans Wasser und setzt sie ab.

01-006, 01-001, 01-003, 01-004 Hier wurde der Natur nachgeholfen, dem in unserer Umgebung noch heimischen Glögglifrosch zwei zusätzliche Trittsteine anzubieten. Alljährliche Einsätze bewahren die ehemalige Mergelgrube vor dem völligen Zuwachsen.  

01-002, 01-005 Alle Voraussetzungen wären erfüllt, dass eine Besiedlung folgen könnte. Allein, Glögglifrösche konnten in den beiden Biotopen bisher nicht nachgewiesen werden. Um so dankbarer ist der Feuersalamander, dem der geschaffene Lebensraum offenbar zusagt.